Direkt zum Inhalt

Erfahrungsbericht zum ADAC Motorradtraining Teil 2 | Werbung (selbstbezahlt)

Posted in Events & Veranstaltungen, and Testberichte


Im letzten Beitrag gab es meinen Erfahrungsbericht und somit den ersten Teil zum Thema Fahrsicherheitstraining beim ADAC. Diesen könnt ihr hier nachlesen, falls ihr es noch nicht getan habt. Heute möchte ich euch eure Fragen zum Training beantworten. Und pssst… ganz am Ende des Beitrages gibt es noch einen tollen Tipp.

Nun denn: happy reading :-)!

Quelle: Pixabay

Hat sich dein (Selbst-)Sicherheitsgefühl während des Trainings beim ADAC verändert?

Ja, sehr stark. Hier erwähnte ich bereits, dass ich mich seit Beginn der Saison nicht 100% angekommen fühlte. Etwas verunsicherte mich. Dieses Gefühl habe ich während des Trainings Stück für Stück vergessen, da ich meine volle Aufmerksamkeit den Übungen geschenkt habe und somit wenig Zeit für Zweifel hatte. Beispielsweise zu spüren, dass ich nach ein paar Anläufen wieder in der Lage bin eine einwandfreie und vor allem stabile Gefahrenbremsung hinzulegen, hat mich sehr bestärkt.

Gerade das Bremsen hat mir nach ein paar fehlerhaften Bremsmanövern in der letzten Saison Kopfzerbrechen bereitet. Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch, der anderen viel mehr verzeiht als sich selbst. Das macht mich einerseits zu einem sehr ehrgeizigen Menschen, oft werde ich aber auch vor lauter Selbsterwartungsdruck sehr verspannt. Zu erfahren, dass mir nichts an meinem Können verloren gegangen ist und ich wieder einiges dazulernen konnte, machte mich insgesamt sehr viel entspannter und lies mich sicherer fühlen.

Eignet sich so ein Training auch für Fahranfänger?

Definitiv. Von Fahranfänger bis „alter Hase“, von unsicher bis draufgängerisch war bisher von jedem Trainings- und Fahrerstatus jemand vertreten – und das hat wunderbar funktioniert. Denn jeder absolviert die Übungen in dem Umfang, wie es ihm möglich ist. Und jeder verbessert demnach seine bisherigen Fähigkeiten im ganz eigenem Kontext.

Fahranfänger sollten sich vor einem Training dieser Art also nicht scheuen oder gar Bedenken haben, dem nicht gewachsen zu sein. Und auch Motorradfahrer die schon länger dabei sind, werden auf jeden Fall etwas dazu lernen. Nur Mut und Muße :-)!

Inwiefern werden Reaktionen trainiert, damit man sich einerseits „richtig“ in die Kurve legt und andererseits jederzeit auf bspw. Sand, Split oder andere Hindernisse reagieren kann, ohne einen Abflug zu machen?

Wie euch der Einblick in meinen Tag zeigte, legt das Motorrad-Intensiv-Training vom ADAC Hauptaugenmerk auf die Fahrsicherheit. Also im Zusammenspiel mit einer sicheren Technik ein Motorrad zu bewegen, dass man bei unerwarteten Gefahren noch die Chance hat, zu reagieren. Das Werkzeug dazu haben wir definitiv an die Hand bekommen. Aber ich glaube, dass es ganz wichtig ist, sich die einzelnen Abläufe immer wieder bewusst zu machen (wann mache ich wann was und wie?) und entweder immer mal wieder zu üben oder zumindest gedanklich durchzuspielen.

Das Unterbewusstsein muss programmiert werden, damit man im Fall der Fälle die bestmögliche Entscheidung trifft. Das schafft man nur durch vorheriges Bewusstwerden der Handlungsabläufe, die dann automatisch ablaufen. Den Automatismus dazu kann man trainieren.

Vor jedweder Gefahr kann man allerdings nie gewappnet sein. Motorrad fahren birgt Risiken und wir setzen uns höheren Gewalten aus, die nicht in unserer Hand liegen. Schutzlos ausgeliefert ist man diesen aber nicht, wie man anhand eines solchen Trainings lernt. Man sollte sich aber immer bewusst sein, dass man sehr vieles, aber nicht alles in der Hand hat.

Wurden euch genügend Tipps für langsame Manöver und das Rangieren gegeben?

Die Tipps dazu haben wir definitiv bekommen. Nur leider heißt es für manchmal ungeduldige Menschen wie mich an dieser Stelle: sowas muss man üben, üben, üben und die richtige Umsetzung braucht Zeit. In einer Stunde bewegt man da nicht die Welt, aber man erfährt bereits erste kleine Erfolgserlebnisse und nimmt mit worauf es ankommt, wenn man diese Übungen selbstständig durchführen möchte.

Dass auch unser Trainer sagte, dass er lange brauchte um sein Motorrad bei sehr langsamen Manövern oder an engen Passagen souverän zu beherrschen, machte mir allerdings Mut. Gerade mit der Honda Fireblade fallen mir diese Dinge noch sehr schwer. Aber ich weiß nun, was ich besser machen kann und was ich trainieren muss, um mich zu in dieser Hinsicht zu verbessern und mich sicherer mit ihr zu fühlen. Kein Meister ist vom Himmel gefallen.

Konntest du deine Schräglage verbessern?

Auch dazu war tendenziell zu wenig Zeit und an dieser Stelle würde ich definitiv ein Schräglagen- bzw. Kurventraining empfehlen. Der Einblick in die verschiedenen Kurventechniken im Rahmen eines Motorrad-Intensiv-Trainings beim ADAC ist gut und wichtig, legt allerdings erstmal nur einen Grundstein für die unterschiedlichen Vorteile sowie Potentiale der einzelnen Techniken.

Man versteht aber im Rahmen eines Fahrsicherheitstrainings, dass bspw. das Knieschleifen erstmal nicht viel über deine Schräglage aussagt und es gerade im Straßenverkehr weitaus sinnvollere und vor allem sichere Techniken gibt, um flott durch die Kurve zu kommen. Genau das zu verfeinern und zu üben bleibt dann jedem selbst überlassen. Oder eben das dafür passendere Training zu buchen :-).

Mit welchem Motorrad hast du das Fahrsicherheitstraining absolviert?

Grundsätzlich tritt man beim ADAC mit seinem eigenen Motorrad an. Es gibt aber auch ein paar Veranstaltungen, bei denen Leihmotorräder zur Verfügung gestellt werden. Bei anderen Anbietern wird sich das ähnlich verhalten. Hinterher habe ich mich ein wenig geärgert, dass Training nicht mit meiner Honda Fireblade absolviert zu haben, weil das definitiv funktioniert hätte. Ich wollte einfach nicht zu enttäuscht zu sein, wenn manches noch nicht so gut oder wohlmöglich auch gar nicht geklappt hätte und ich dadurch noch weiter in meine diesjährige Verunsicherung im Bezug auf mein Balancegefühl reingesteuert wäre.

Auf diese Weise habe ich allerdings zu meinem ursprünglichen Vertrauen zurückgefunden, weil die Übungen mit der Yamaha MT-07 super geklappt haben. Und nun kann ich mich damit auch wieder befreiter auf alles Weitere einlassen. Für mich und die Fireblade braucht’s weiterhin noch viel Fleiß und Schweiß, dass ich zufrieden mit mir bin.

Ich kann sie grundsätzlich im Straßenverkehr sicher und souverän bewegen, aber unser Weg in Sachen Feintuning wird noch lang. Genau das wollte und will ich. Denn erst Herausforderungen eröffnen uns die Horizonte die es braucht, um sich weiterzuentwickeln. Und das Schöne ist, dass man die Übungen jederzeit auf einem ruhigen Platz für sich selbst absolvieren kann.

Wem kannst du dieses Training empfehlen?

Grundsätzlich erstmal allen Motorradfahrern und -fahrerinnen. Ich glaube, dass im Straßenverkehr die Sicherheit über- und Gefahrenquellen ordentlich unterschätzt werden. Kurvenfahren und Schräglage sind ein wichtiges Element, um seine Maschine gekonnt sowie sicher zu bewegen und Spaß dabei zu haben. Das bringt einen größeren Rausch, als zum 50. Mal eine Gefahrenbremsung hinzulegen oder sich damit zu konfrontieren, wie schwer es ist unerwarteten Hindernissen auszuweichen oder in Schräglage zu bremsen. Das verstehe ich.

Sich hin und wieder bewusst zu werden, dass die perfekte Kurve aber nicht alles beim Motorradfahren ist, finde ich wichtig. Und ich finds toll, dass das auch anhand der Alterstruktur der Teilnehmer/innen beim ADAC auch bei der jüngeren Generation Anklang zu finden scheint.

Ist es zu empfehlen, das gleiche Training mehrmals zu absolvieren?

Ja, natürlich. Wer rastet, der rostet und nur die Übung macht den Meister. Für mich war das eine super Auffrischung und perfekt zum Sainsoneinstieg. Und nicht wenige Biker absolvieren jedes Jahr erneut ein Fahrsicherheitstraining.

Ich persönlich will mich nun auf andere Trainings konzentrieren. Diesbezüglich habe ich im Kradblatt übrigens einen tollen Tipp gesehen. Auf der Internetseite des Instituts für Zweiradsicherheit gibt es eine Suchmaschine für Motorradtrainings. Schon gewusst? Dort hast du die Möglichkeit, nach Trainings in deiner Nähe zu suchen. Super Sache!


Ich hoffe, euch mit meinen Berichten einen kleinen Einblick in das Thema Fahrsicherheitstraining gegeben zu haben und, dass ich vielleicht sogar die Lust darauf geweckt habe. Kommt weiterhin gut und sicher durch die Saison,

herzliche Grüße, Marie

Lies außerdem:

Einen Kommentar

  1. Heiko Schubert
    Heiko Schubert

    Super Bericht, lohnt sich bestimmt mal an einem Training teilzunehmen.

    Grüße

    24. Mai 2019
    |Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.