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Bike-Shooting im Herbst

Posted in Shootings & Presse

Vor Saisonende, und dem bevorstehenden Einmotten meines Motorrads, gab es noch eine Sache, die ich unbedingt erleben wollte: ein Herbst-Shooting mit Gretchen. Und wie es der Zufall manchmal so will, ist Anfang Oktober die liebe Yve von http://noirinlyra.blogspot.de/ auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mich vor ihrer Linse auszutoben. Gesagt, getan. Denn ein kurzer Blick auf ihre wunderschönen Bilder verriet mir schnell: sie ist die perfekte Fotografin um die Stimmung, die ich erzeugen wollte, einzufangen.

Wir verabredeten uns an einem Samstagvormittag auf dem verlassenen Gelände einer ehemaligen psychiatrischen Heilanstalt. Uralte leerstehende Villen aus der Zeit der Jahrhundertwende erwarteten uns in einer riesigen Parkanlage. Verrostete Treppenläufe, kaputte Fenster, abgeblätterte Farbe, eine Menge Staub. Und dazwischen holt sich die Natur ihren ursprünglichen Lebensraum zurück. Du kannst förmlich noch erahnen, was sich hier hinter verschlossenen Türen abgespielt haben muss. Eine wahnsinnig ergreifende und ebenso gespenstische Stimmung, wenn man weiß, was sich in den alten Gebäuden vor mehr als 70 Jahren ereignet hat. Umso erstaunlicher finde ich es, dass dieser Ort noch heute der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Zu Zeiten des Nationalsozialismus hat die Heilanstalt Dösen traurige Berühmtheit erlangt. Im Rahmen der Aktion T4 und der Euthanasieverbrechen wurden dort über 100 geistig behinderte und psychisch kranke Erwachsene in „Versuchsreihen“ durch Überdosierung von toxischen Medikamenten ermordet.  551 Kinder wurden getötet, 583 Patienten zwangssterilisiert, über 1.000 Menschen wurden von Dösen aus zu Tötungsanstalten transportiert oder man überlies sie an Ort und Stelle einem sukzessiven qualvollen Hungertod. Grauenhaft. Makaber. Bestialisch.

Einen Übergang zu finden, um euch jetzt von meinem Shooting zu erzählen, fällt mir wahnsinnig schwer. Daher zeige ich erst einmal einige der Fotografien und lasse sie auf euch wirken.

Bei diesem Foto-Shooting suchte ich nach einem Weg, mein Motorrad und mich in einer melancholischen Kulisse stimmig in Szene zu setzen. Dieser Ort mit seiner dramatischen Vergangenheit bot uns dafür allerhand Raum, da er eine wahnsinnige Wirkung hat. Noch Tage später kann man sich ihm gedanklich nicht entziehen.

Ich wollte eine andere, nachdenkliche Seite von mir zeigen, mich dabei aber nicht in den Vordergrund drängen. Und ich wollte Bilder die anders sind. Ich verbinde das Motorrad fahren mit sehr viel Spaß. Oft regt es mich aber auch in jeglicher Hinsicht zum nachdenken an. Es beflügelt mich nicht nur; es lässt mich ebenso zur Ruhe kommen.

Ich danke Yve für diese wunderschönen Fotografien und ein paar tolle Stunden. Fühl dich gedrückt.

Ich freue mich über eure Meinungen und Kommentare.

Viele liebe Grüße, Marie

Bilder: noirjn & lyra

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3 Comments

  1. Mir gefallen die Bilder sehr. So ein Fotoshooting würde ich mit meiner Trude auch gerne mal machen…. 🙂

    28. Dezember 2016
    |Reply
    • Motorradmieze
      Motorradmieze

      Vielen Dank! Na dann nur zu – du findest in deiner Umgebung sicherlich eine Menge Fotografen. LG Marie

      29. Dezember 2016
      |Reply

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