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Eine Liebeserklärung an ein Motorrad – Teil 1

Posted in Kolumne

Mein Gretchen,

was haben wir dieses Jahr nicht alles gemeinsam erlebt: unsere ALLERERSTE Motorradsaison. 6.000 Kilometer. Du und ich. Und du glaubst gar nicht, wie dankbar ich dir für die vielen tollen, emotionalen, einzigartigen, aber auch anstrengenden und herausfordernden Momente bin. Vom ersten Tag an hast du mich nie im Stich gelassen. Stehst mir zu Seite, munterst mich auf, lässt mich Sorgen, Ängste und Nöte vergessen. Du stärkst mein Selbstbewusstsein, bist immer da, ziehst die Blicke auf dich. Du forderst, aber überforderst mich nicht. Du gibst dich mir hin und lässt mich sein, wie ich bin. Manchmal möchte ich dich für all das umarmen und halte mich für verrückt deswegen. Aber das können wohl nur wir beide verstehen.

Wie aufgeregt ich war, als ich dich am 24.03.2016 abholte, kannst du dir gar nicht vorstellen. Es war eiskalt und ja, eine Eingewöhnungsphase hatten wir in der Tat. Zwei Zentimeter an zusätzlicher Höhe machten mir zu schaffen.

Denn da stand ich nun, einen Tag später auf einem Parkplatz, wutverzweifelt, und dachte, diese kleine Hürde würde ich niemals überwinden. Unsicherheit, Angst, Ärger, … viele negative Emotionen durchschwämmten meinen Körper, meinen Kopf. Wir drehten um. Fuhren nach Hause. Kamen zur Ruhe. Ich schloss mit dir einen Pakt. Würde ich nicht klar kommen, würden wir eine Lösung finden. Es ist nie dazu gekommen.

Unsere erste große Ausfahrt hatten wir keine zwei Wochen später. Es ging in den Norden, eine einfache Strecke mit entspannten Fahrern. Dort hast du bereits einen Teil deiner neuen wunderschönen Heimat kennen lernen dürfen. Das Gefühl der „perfekten Kurve“ sollte aber noch eine Weile auf sich warten lassen. Fremd warst du mir nicht mehr, aber noch fuhr ich nicht mit vollem Herzblut. Tiefenentspannt ging ich am Montag dennoch ins Büro, da ich trotz Zweifel an meinen Fortschritten jede einzelne Minute mit dir genoss. Ein Wahnsinns Gefühl, nach welchem ich spätestens ab diesem Wochenende süchtig wurde. 

Nachdem wir von da an nun so gut wie jedes Wochenende unterwegs waren, war ein weiterer Meilenstein unser erstes gemeinsames Fotoshooting am 28.05.2016. Was hast du nur für einen tollen Job gemacht. Während ich nicht weiß, was zur Hölle ich da vor der Kamera eigentlich tue, hast du dich ganz cool von deiner besten Seite präsentiert. Wir zwei waren ein Team. Und das nicht zum ersten Mal. Ich war und bin so wahnsinnig stolz.. auf dich.. auf mich.. auf uns. Ich fühlte mich nach einigen wunderbaren Ausfahrten mit dir endlich angekommen. Die anfängliche Nervosität bei jeder Fahrt wich nun endlich einer entspannten Zufriedenheit.

Ähnlich ausgepowert wie nach dem Shooting war ich nach unserer ersten Tour ins Ausland am 05.06.2016. Nachdem wir nach vielen tollen gemeinsamen Momenten endlich ein Herz und eine Seele geworden waren, stand diese weitere Herausforderung ins Haus: das erste Mal in einer Gruppe mit wesentlich leistungsstärkeren Maschinen fahren. Bestärkt durch den Zuspruch und das Lob der „alten Hasen“, begann ich ab diesem Tag deinem Temperament mehr Raum zu lassen. Ich wurde mutiger. Wir meisterten diese wunderbare Tour mit Bravour und hatten viel Spaß. Unsere Angststreifen haben wir an diesem Tag halbiert und haben sogar vom Besitzer deiner großen Schwester ein dickes Lob kassierten – das soll was heißen ;-).

FORTSETZUNG FOLGT …

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