Direkt zum Inhalt

Warum geradeaus manchmal die bessere Kurve ist …

Posted in Kolumne

Meinen allerersten Sturz habe ich bereits hinter mir. Ein Hoch auf meinen ehemaligen Fahrlehrer, den ich nicht davor verschont habe, zwar nicht mich (ich stand tatsächlich fast so schnell wieder auf den Beinen, wie ich gefallen bin), aber sein Motorrad wieder in die Vertikale befördern zu müssen.

Mein Missgeschick ereignete sich letztes Jahr an einem Freitagnachmittag während einer Überlandfahrt. Wenn ich mich recht erinnere, war es meine zweite oder dritte Fahrstunde auf „offener Straße“. Weit kann ich mit meiner Ausbildung nicht gewesen sein, da ich zu dem Zeitpunkt noch dem Fahrschulauto hinterher, statt voraus gefahren bin.

Alles lief recht passabel, das Wetter und die Laune waren spitzenmäßig. Wir passierten einen Ortseingang, bogen rechts ab, dann direkt wieder links.. direkt wieder links?! Das stand nicht auf meinem Plan! Einen Moment zu spät das Blinken des Fahrschulautos bemerkt, wollte ich, statt meinem geplanten Geradeaus, doch noch schnell hinterher.. zu schnell für mein damaliges fahrerisches Geschick. So habe ich die Kurve um maximal zwei Zentimeter verfehlt.. mehr waren es nicht – ich schwöre ;-). Aber da kennt die Physik keine Gnade: das Vorderrad landete auf dem Bürgersteig, das Hinterrad geriet an ebendiesem erbarmungslos ins Strudeln; und schneller als ich mich versah befand ich mich in der Horizontalen und lag auf der Straße. Glücklicherweise fuhr hinter mir kein Auto.

Natürlich hat mich dieser kleine Sturz maßlos geärgert. Ich hätte auf der Straße weiter gerade aus fahren sollen. Aber da hat es einfach an Erfahrung, Gelassenheit und Routine gefehlt, in diesem Moment die richtige Entscheidung zu treffen und sich nicht zu überschätzen. Aber im Grunde ist nichts passiert. Motorrad und Mieze wohl auf. Nicht mal ein Kratzer am Maschinchen. Maximal am Ego ;-). Meine Kombi hat mich super geschützt (!) und ich war definitiv um eine Erfahrung reicher.

Letztendlich habe ich versucht aus der Situation einige Dinge mitzunehmen: nämlich, dass nur Bruchteile von Sekunden und Unaufmerksamkeit entscheidend sein können. Außerdem ist es wichtig, dass man aus solchen Erfahrungen für die Zukunft lernt. Als ebenso wichtig empfand ich im Nachhinein die Reaktion meines Fahrlehrers, der mich, nachdem sich rausstelle das nichts passiert ist, direkt wieder aufs Motorrad schickte. Natürlich war mir alles andere zumute, als weiter zu fahren, aber aufkommender Angst sollte man direkt entgegen wirken, damit sie gar nicht erst zum Problem wird. Wenn du einmal aufgibst, wird es zur Gewohnheit!

So sehr mich mein Hinfaller in meinem von Fahrschüler-Euphorie geschwängerten Stolz gekratzt hat, so wenig möchte ich diese Erfahrung missen. Falsche Entscheidungen können verheerend sein!

Respekt vor deiner Maschine und deiner Umwelt ist daher meiner Meinung nach das A und O. Du kannst Spaß haben (solltest du auch unbedingt!) – aber du solltest niemals ein Fahrmanöver erzwingen, wenn du nicht unmittelbar in Gefahr schwebst und dadurch nicht noch viel Schlimmeres verhindern musst. Teste dich und dein Moped aus, geh´ an deine Grenzen und manchmal über sie hinaus, um dich weiterzuentwickeln; aber tue nichts, nur um es dir oder anderen zu beweisen. Lerne aus allen Situationen, die für dich selbst unbefriedigend oder sogar beängstigend waren. Denn genau dafür sind die da! Nur wer nichts tut, macht keine Fehler! Du hingegen solltest sie als Chance zur Weiterentwicklung nutzen.

Hattet ihr bereits einen Sturz? Wie seid ihr damit umgegangen?

Ich freue mich über euere Meinungen und Kommentare.

Viele liebe Grüße, Marie

Lies außerdem:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.