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Sturzpads – Fluch oder Segen? | Werbung

Posted in Testberichte

Das Thema Sturzpads (oder auch Crashpads) am eigenen Moped ist ein Thema, welches immer wieder und gern auch völlig kontrovers diskutiert wird. Oftmals scheiden sich dabei die Geister hauptsächlich an der Frage, ob die Helferlein tatsächlichen Schutz bieten oder sogar im Falle eines Fallens Schaden anrichten.

Anhänger des Lagers Contra argumentiert zumeist, dass Crashpads bei einem Sturz den Rahmen beschädigen können. Da die Pads nur an einer Stelle fixiert werden, übertragen sich einwirkende Kräfte nur punktuell – und somit mit einer geringeren Kräfteverteilung als bspw. bei Sturzbügeln – über das Gewinde auf das jeweilige Fahrzeugteil. Dabei werden unter Umständen solch große Spannungen erzeugt, dass bspw. der Rahmen dem nicht standhalten kann und es zu Rahmenbrüchen oder Verziehungen kommt. Und bei einem schwerwiegenden Unfall ist dir mit Sturzpads sowieso nicht mehr geholfen.

Außerdem sehen viele die Ästhetik der Maschine durch die rausragenden Pads zerstört. Sicherlich gibt es darunter auch Meinungsäußerer, die sich nicht eingestehen können und wollen, dass selbst dem besten Motorradfahrer sein liebstes Stück umkippen kann. Und durch das Anbringen von Sturzpads stellt man doch schließlich nur die eigene Unzulänglichkeit zur Schau. „200 kg? Was? Die händle ich mit dem kleinen Finger! Umfallen? Das passiert MIR doch nicht. Heute erst habe ich eine Dose Spinat gefrühstückt und nun rette ich die Welt!“

Versteht mich nicht falsch. Ich mag Spinat. Dennoch gehöre ich definitiv zum Lager Pro. Für mich stand relativ schnell fest: Ja, ich will! Ja, ich will Sturzpads an meine Yamaha MT-07 anbringen lassen. Denn frisch eingeschifft aus dem Land der aufgehenden Sonne wollte ich es unter keinen Umständen riskieren, dass mein Gretchen durch die Unachtsam- oder Kraftlosigkeit meinerseits zu schnell ihre ersten Blessuren davon trägt. Denn die Erfahrung hat schon so gut wie jeder von uns machen dürfen: Ein Motorrad ist schneller umgekippt, als aufgefangen.

Und ein weiterer wichtiger Aspekt spielte in meiner Entscheidungsfindung eine große Rolle: meine Psyche. Sagt dir Murphys Gesetz etwas? Jeder von uns kennt es – du hast immer einen Regenschirm dabei, aber hast du ihn einmal vergessen, kommst du in den unerbittlichsten Regenschauer den du je erlebt hast, liegst 3 Wochen mit einer fiesen Grippe im Bett und entrinnst gerade so dem nahenden Tod (Ironie aus). So nimmt es aber zu mindestens dein Unterbewusst sein war.

Denn Murphys Gesetz besagt, dass alles was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird. Ein psychologisch betrachtet unheimlich spannendes Thema, welches ich an dieser Stelle gar nicht zu weit ausschmücken will. Welches aber verdeutlicht: viele Menschen fühlen sich wohl, wenn sie sich absichern können. Gehen dadurch gelassener an eine Situation ran und machen sich weniger Sorgen, was passieren könnte, wenn der Worst Case trotz aller Bemühungen eintreten sollte. Und allein durch die fehlende Anspannung tritt dieser dann auch viel seltener ein.

Gerade als Rookie nehme ich mir daher das Recht heraus, dass ich ein wenig (gefühlte) Sicherheit in mein Motorrad-Leben bringen möchte. Wenn ich um die Sturzpads an meinem Gretchen weiß, mache ich mir im Allgemeinen weniger Gedanken um Situationen, in denen sie mir umkippen, wegrutschten oder hinfallen könnte. Da ich unterbewusst weiß: den Regenschirm habe ich dabei. Höchstwahrscheinlich wird es also gar nicht er regnen; und wenn doch, kann ich mich davor schützen. Das entspannt mich und spiegelt sich widerum im meinem kompletten Verhalten meiner Maschine gegenüber wieder.

An meiner Fahrschulmaschine habe ich bpsw. miterlebt, dass Sturzpads wirklich wahre Wunder wirken. Ihr könnt euch vorstellen, dass diese Fahrzeuge mehr aushalten müssen, als alle anderen. Und an der MT-07, mit welcher ich meinen Führerschein gemacht habe, sind wirklich erstaunlich wenig Kratzer und Schrammen (und das, obwohl ich auf ihr gelernt habe ;o) ). Geschweige denn, dass sie Rahmenbeschädigungen hat. Das hat mir gezeigt, dass ich mit Sturzpads defintiv nichts falsch mache.

Für den vorderen Teil des Rahmens habe ich mir für meine eigene Maschine die „GILLES ip.gt YA36 Sturzpads“ anbauen lassen (http://www.gillestooling.com/cms/de/shop/produkte/art-7591/ip-sturzpad-kit-schwarz). Überzeugt haben sie mich durch ihr integriertes progressives Impact Inlay, welches eine hohe Aufpralldämpfung erzeugt. Das Risiko von Motor- und Rahmenbeschädigungen wird dadruch stark vermindert. GILLES fertig exklusives Zubehör für die Maschinen von Yamaha, welches einen sehr guten Ruf hat. Über die Optik kann man sich ebenso wenig beschweren.

Für die Hinterradschwinge habe ich mich für die gleichen Sturzpads entschieden, welche Yamaha den Fahrschulen anbietet. Diese sind Originalteile und deutlich breiter, als es die meisten Hersteller anbieten. Dennoch passen sie gut ins Bild (wenn man sie nicht gerade von oben fotografiert, fallen sie gar nicht weiter auf) und die Auspuffanlage ist somit optimal geschützt. Weniger gut ins Bild passen die original verbauten Blinker; aber das ist ein anderes Thema, dem ich mich sicherlich noch widmen werde. Wir haben damals beim Händler ziemlich lange in der Datenbank nach den Pads suchen müssen und schließlich nur durch einen Anruf bei Yamaha rausfinden können, wie die Artikelnummer lautet. Einen Internetlink habe ich daher leider nicht, da sie im Online-Zubehör nicht aufgeführt werden. Gekostet haben diese Sturzpads aber 60 EUR.

Grundsätzlich denke ich, dass Sturzpads mehr Vor- als Nachteile haben. Sie erfüllen definitiv den Zweck, dass durch ein Umfallen aus dem Stand kein größerer Schaden angerichtet wird. Ich persönlich kenne auch niemanden, dessen Maschine mehr Schaden davon getragen hat, als das die Crashpads geholfen hätten. Außerdem kann man im Leben immer Glück oder Pech haben. Jeder Umfaller und jeder Sturz ist anders. Jedes Motorrad ist anders. Aber letztendlich kommt es nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

Was haltet ihr von Sturzpads? Habt ihr welche anbringen lassen?

Ich freue mich über euere Meinungen und Kommentare.

Viele Grüße, Marie

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