Direkt zum Inhalt

Faszination Motorrad fahren

Posted in Kolumne

Nachdem ich im vergangenen Sommer in aller Heimlichkeit meinen Motorradführerschein gemacht hatte, hörte ich – als ich es nach bestandener Theorie- und Praxisprüfung bei Familie, Freunden und Bekannten an die große Glocke hing – oftmals folgenden Satz: „Das hätte ich dir niemals zugetraut!“. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass für mich der Reiz vom Motorrad fahren, gerade in der Anfangszeit, genau in dieser Aussage zum Ausdruck kommt.

Noch als Kind brachte ich es fertig, meine Ausflüge mit dem Fahrrad durch das schmerzhafte Rammen im Weg stehender Sperrpfosten jäh zu beenden (trotz Stützräder!; noch heute ist das Fahrradfahren keine große Leidenschaft von mir). Und als erwachsene Frau faszinierte mich dann mit einem Mal der Gedanke, etwas zu tun was so gar nicht in meiner Natur zu liegen scheint.

Tollkühn beschloss ich also nach einem Besuch der Leipziger Motorradmesse 2015 meine Fahrerlaubnis um die Klasse A zu erweitern. Ich sagte mir: wenn nicht jetzt, wann dann – tu´ doch einfach mal etwas ganz Verrücktes! Dass sich daraus eine so große Leidenschaft entwickelt, hätte ich selbst nie für möglich gehalten.

Anfangs noch beflügelte es mich, eine Grundfahrübung sauber auszuführen oder nach einigen Stunden auf dem Übungslatz bereits am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Ich wurde warm mit der ganzen Sache und stellte fest: ich kann´s schaffen. Natürlich hatte ich auch Rückschläge und zweifelte an meiner Idee. Aber nach einigen Fahrstunden fing auch ich dann endlich an zu spüren, wovon viele Motorradfahrer immer wieder begeistert berichten: das sagenumwobene Gefühl der Freiheit. Nicht nur, die Maschine zu beherrschen (ganz getreu dem Motto: die Klügere gibt nach.. das bin dann wohl ich), sondern seine Umwelt zu erleben, wie es festgegurtet im PKW nicht möglich ist.

Temperaturunterschiede, im Wind wehende Ähren, duftende Wiesen, Bauernhöfe, Viehherden, verträumte Wälder, der weite Blick über Berg und Tal, Kurven, Geschwindigkeit, Stadtrubel, Wind, Wetter und andere Widrigkeiten. Mittendrin zu sein im Geschehen oder fern vom Alltag einfach mal abzuschalten… all das nehme ich auf dem Motorrad mit einer Intensität wahr, welche ich fast gar nicht in Worte fassen kann.

Und dazu ein immer geschärfter Sinn. Spaß und Vernunft. Seine Grenzen kennen und seine Grenzen austesten. Gegen den inneren Schweinehund und manche Ängste ankämpfen und die Freude am Fahren einfach nur genießen. Über Fortschritte jubeln und Rückschläge akzeptieren. All das bedeutet für mich Faszination Motorrad fahren. All das fordert mich heraus und macht mich gleichzeitig unheimlich glücklich.

Spielst du auch mit dem Gedanken, den Motorradführerschein zu machen? Oder hat dich das Fieber bereits gepackt? Warum steigst du immer wieder in den Sattel?

Ich freue mich über euere Kommentare.

Viele Grüße, Marie

Lies außerdem:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.